Die letzte Kippe, ein Bier vor mir, noch was am Computer machen. Nein, es ist nicht Samstag nacht um drei. Es ist Samstag abend um halb sieben. Draußen regnet, sonnt, regnet, sonnt es. Und eigentlich müsste ich um diese Zeit nervös auf meinen Fingernägeln knabbern, um irgendeine Hausarbeit oder einen Artikel fertigzustellen.
Aber nein, sitze hier, trinke und höre Peter Tosh.
Christian, ist alles in Ordnung? Was machst du denn da? Du musst dich konzentieren.
Hau ab, Teufelchen, es ist Wochenende. Gleich werde ich rausgehen, zum Hafengeburtstag und wenn ich nass werde, scheiß drauf!
Mal sehen, wie die Geschichte weitergeht. Ich nehme mir jetzt fest vor, nachher, beim Nachhausekommen, noch was zu schreiben.
Ach so: St.Pauli steigt auf, Zuender ist für Grimme nominiert, ich bin scheinfrei, es ist Mai. Geht da was?
Samstag, 12. Mai 2007
Donnerstag, 3. Mai 2007
Woher kommst Du eigentlich?
Ich weiß nicht, wie oft ich diese Frage in meinem Leben nun schon beantwortet habe. Hunderte Male? Reicht nicht. Tausende Male? Klingt schon etwas wahrscheinlicher. Seitdem ich hierher gezogen bin, dürfte sich die Zahl allerdings noch vervielfacht haben. Noch nie war ich in einem Land, in dem diese Frage so zum Gespräch gehört wie Hallo und Tschüß, und das gilt für Männer wie für Frauen, Alte und Junge, Australier und Nichtaustralier, einfach alle. Das Land ist so groß, vielschichtig und international, daß man es eigentlich nicht erraten kann, also fragt man nach. Nicht immer ist es ehrliches Interesse, manchmal nur ein Gesprächsstart, aber doch ist es immer mit dabei. Und es ist jedes Mal wieder überraschend, wie kurz der Stammbaum der Australier ist, oft sind die Eltern eingewandert, meistens deren Eltern, und sehr oft sind die Eltern Menschen völlig unterschiedlicher Herkunft, dazu in jüngerer Zeit die Einwanderer aus dem pazifischen Raum. Für Australier ist es schwer zu definieren, was Australien für sie eigentlich ausmacht, was die Nation, von der hier so oft gesprochen wird, eigentlich ist, und warum man hier und da Aussie Aussie Aussie, oy oy oy hört. Es gibt hier sogar eine Wertedebatte wie in Deutschland, die sich auf christliche Traditionen beruft. Mehr noch als in Deutschland wirkt das aber reichlich zu kurz gegriffen, wenn man einfach auf die Straße hinausgeht und sich umschaut. Im Nationalmuseum wird das in einem kleinen Introfilm, an dem man am Eingang vorbeikommt, gut thematisiert. Über dieses Thema wird viel geredet und noch viel geredet werden müssen, damit Australien herausfindet, wer oder was es eigentlich ist.
Dienstag, 1. Mai 2007
Yeeeeaaaaahuuuuu!
Ich habe soeben die letzte Hausarbeit meines Lebens fertig gestellt. Sie war auch gleichzeitig die langweiligste und beginnt so:
Zu Beginn des 7. Jahrhunderts fand das Frankenreich zu zentraler Verwaltung zurück. Nachdem die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts von einer blutigen Fehde unter den Nachfolgern Chlothars I. bestimmt war, gelang es Chlothar II. im Jahr 613, die Kontrolle über das gesamte Reich zu erlangen. Dies allerdings nur zu einem Preis, der im Pariser Edikt festgelegt worden war: Der Monarch sicherte dem Adel und den zugehörigen Reichsteilen ein großes Maß an Eigenständigkeit zu.
Während der Adel im gesamten fränkischen Reich an politischer Bedeutung gewann, wurde er von einer neuen und starken religiösen Strömung beeinflusst. Der Mönch Columban und seine Jünger hatten seit dem ausgehenden 6. Jahrhundert mit einer aketischen und missionarischen Auslegung des Möchtums mehr und mehr Anhänger gewonnen. Viele Adlige ließen sich von diesem Impuls beeinflussen, unterstützten Klötsergründungen im columbanischen Sinne oder tauschten gar selbst den weltlichen Dienst mit der Mönchskutte.
Die Situation steigender weltlicher Macht bei gleichzeitig wachsender religiöser Beeinflussung des Adels wirft vielerlei Fragen auf: Wie verhielt sich König, der auf die regionalen Machthaber angewiesen war, zu einer solchen Entwicklung? Wie nutzten Vertreter des Mönchtums das Gehör, das sie nun fanden? Wie gestaltet sich das Zusammenspiel zwischen Adel und Mönchtum? Schließlich: Aus welchem Grund liessen sich so viele Adlige von einem Mann beeinflussen, der Askese und Demut predigte?
Der Rahmen dieser Ausarbeitung würde gesprengt, versuchte man, auch auf nur eine dieser Fragen eine für das gesamte Frankenreich geltende Antwort zu finden. Es liegt jedoch nahe, eine Region in der Nähe des politischen Zentrums dieser neuen Entwicklung auszuwählen und isoliert zu betrachten. Hierfür bieten sich Klöster Jumièges und Saint-Wandrille an, die zur Mitte des 7. Jahrhunderts gegründet wurden, also zu einem Zeitpunkt, als die Klöstergründungen im irischen Sinne gerade zunahmen. Hinzu kommt, dass sich beide Klöster in der Diözese Rouen befinden, im kirchlichen Herschaftsbereich des Bischofs Audoin also, der als einer der bedeutendsten Protagonisten der Ausbreitung des irofränkischen Mönchtums beschrieben wird.
Overoverover!
Jetzt geh ich raus und trink ein Bier!
Zu Beginn des 7. Jahrhunderts fand das Frankenreich zu zentraler Verwaltung zurück. Nachdem die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts von einer blutigen Fehde unter den Nachfolgern Chlothars I. bestimmt war, gelang es Chlothar II. im Jahr 613, die Kontrolle über das gesamte Reich zu erlangen. Dies allerdings nur zu einem Preis, der im Pariser Edikt festgelegt worden war: Der Monarch sicherte dem Adel und den zugehörigen Reichsteilen ein großes Maß an Eigenständigkeit zu.
Während der Adel im gesamten fränkischen Reich an politischer Bedeutung gewann, wurde er von einer neuen und starken religiösen Strömung beeinflusst. Der Mönch Columban und seine Jünger hatten seit dem ausgehenden 6. Jahrhundert mit einer aketischen und missionarischen Auslegung des Möchtums mehr und mehr Anhänger gewonnen. Viele Adlige ließen sich von diesem Impuls beeinflussen, unterstützten Klötsergründungen im columbanischen Sinne oder tauschten gar selbst den weltlichen Dienst mit der Mönchskutte.
Die Situation steigender weltlicher Macht bei gleichzeitig wachsender religiöser Beeinflussung des Adels wirft vielerlei Fragen auf: Wie verhielt sich König, der auf die regionalen Machthaber angewiesen war, zu einer solchen Entwicklung? Wie nutzten Vertreter des Mönchtums das Gehör, das sie nun fanden? Wie gestaltet sich das Zusammenspiel zwischen Adel und Mönchtum? Schließlich: Aus welchem Grund liessen sich so viele Adlige von einem Mann beeinflussen, der Askese und Demut predigte?
Der Rahmen dieser Ausarbeitung würde gesprengt, versuchte man, auch auf nur eine dieser Fragen eine für das gesamte Frankenreich geltende Antwort zu finden. Es liegt jedoch nahe, eine Region in der Nähe des politischen Zentrums dieser neuen Entwicklung auszuwählen und isoliert zu betrachten. Hierfür bieten sich Klöster Jumièges und Saint-Wandrille an, die zur Mitte des 7. Jahrhunderts gegründet wurden, also zu einem Zeitpunkt, als die Klöstergründungen im irischen Sinne gerade zunahmen. Hinzu kommt, dass sich beide Klöster in der Diözese Rouen befinden, im kirchlichen Herschaftsbereich des Bischofs Audoin also, der als einer der bedeutendsten Protagonisten der Ausbreitung des irofränkischen Mönchtums beschrieben wird.
Overoverover!
Jetzt geh ich raus und trink ein Bier!
Montag, 30. April 2007
So geht's...
Gefrierschrank abtauen in Australien? Kein Problem... Einfach abschalten, Tür auf und Ventilator davor stellen, ein bißchen warten... Voilà!
Sonntag, 29. April 2007
Canberra kommt!
Guten Tag Kollege,
guten Tag Welt, Zeit ein bißchen mehr Kohlendioxid zu produzieren, nicht mit Worten, aber um den ganzen Hirnsenf zusammen zu rühren, der auf diesen Seiten erscheinen wird. Zu erzählen gibt's viel, und wenn wir nicht nur zu zweit wären, könnten wir sicherlich eine ganze Menge Menschen mit unserem spannenden Leben langweilen. Herzliche Grüße an dieser Stelle an Canberra, der Stadt der Sinnlichkeit, in der die Cafés Sonntag Nachmittag um 4 Uhr schließen, in der man auf dem Supermarktparkplatz noch mit einem anständigen Burnout schwarzgraue Gummimalereien hinterlassen kann, in der der Strähnchenlook noch aktuell ist und die einen immer wieder aufs neue überraschen kann, im Guten wie im Schlechten, in der fast jeden Tag die Sonne scheint und die zwar der Inbegriff der Provinz ist, in der aber Hautfarbe und Herkunft so vielfältig sind wie in keinem anderen Ort, den ich bisher gesehen habe, und dabei gleichzeitig so selbstverständlich als wäre die Welt schon immer so gewesen und als hätte es Rassendenken nie gegeben.
Ein halbes Jahr nun ist vergangen, viel ist passiert, und es ist an der Zeit, ein bißchen was davon für den Rest der Welt festzuhalten, der nun aus Dir besteht, Bangel, und ich möchte jetzt keine dummen Kommentare hören...
Ich freu mich auf jeden Fall auf alle Arten von Kleinigkeiten und großen Momenten, auf Sprüche und sinnfreies Rumgeseier, killen wir die Sprache(n) und Grammatik, und scheißen wir auf die geographische Distanz, die zwischen uns liegt. In diesem Sinne, Ventile auf, go with the flow...
guten Tag Welt, Zeit ein bißchen mehr Kohlendioxid zu produzieren, nicht mit Worten, aber um den ganzen Hirnsenf zusammen zu rühren, der auf diesen Seiten erscheinen wird. Zu erzählen gibt's viel, und wenn wir nicht nur zu zweit wären, könnten wir sicherlich eine ganze Menge Menschen mit unserem spannenden Leben langweilen. Herzliche Grüße an dieser Stelle an Canberra, der Stadt der Sinnlichkeit, in der die Cafés Sonntag Nachmittag um 4 Uhr schließen, in der man auf dem Supermarktparkplatz noch mit einem anständigen Burnout schwarzgraue Gummimalereien hinterlassen kann, in der der Strähnchenlook noch aktuell ist und die einen immer wieder aufs neue überraschen kann, im Guten wie im Schlechten, in der fast jeden Tag die Sonne scheint und die zwar der Inbegriff der Provinz ist, in der aber Hautfarbe und Herkunft so vielfältig sind wie in keinem anderen Ort, den ich bisher gesehen habe, und dabei gleichzeitig so selbstverständlich als wäre die Welt schon immer so gewesen und als hätte es Rassendenken nie gegeben.
Ein halbes Jahr nun ist vergangen, viel ist passiert, und es ist an der Zeit, ein bißchen was davon für den Rest der Welt festzuhalten, der nun aus Dir besteht, Bangel, und ich möchte jetzt keine dummen Kommentare hören...
Ich freu mich auf jeden Fall auf alle Arten von Kleinigkeiten und großen Momenten, auf Sprüche und sinnfreies Rumgeseier, killen wir die Sprache(n) und Grammatik, und scheißen wir auf die geographische Distanz, die zwischen uns liegt. In diesem Sinne, Ventile auf, go with the flow...
Samstag, 28. April 2007
Hello earth
Lieber Wolfi,
hier werden wir beide ab sofort über Skurrilitäten aus Canberra und Hamburg berichten. Freust du dich schon? Nein? Okay...
hier werden wir beide ab sofort über Skurrilitäten aus Canberra und Hamburg berichten. Freust du dich schon? Nein? Okay...
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